12 Mal Glück und Entspannung für das neue Jahr
16. Januar 2017

Digitaler Burnout

3 Stunden Lebenszeit

Der Griff zum Smartphone ist für knapp 50 Millionen Deutsche zur täglichen Gewohnheit geworden. Wie die Berliner Humboldt-Universität in einer Studie ermittelt hat, entsperrt jeder sein Smartphone pro Tag im Schnitt 63 mal und beschäftigt sich so knapp 3 Stunden mit Nachrichten, Emails, sozialen Netzwerken, Apps oder Inhalten aus dem Netz. Drei Stunden der eigenen täglichen Lebenszeit widmen wir also einem einzigen elektronischen Gerät. Das sind aufs Jahr hochgerechnet fast 45 Tage.

45 Tage an denen wir uns nicht unserer Familie oder Freunden widmen, an denen wir nicht entspannen oder Sport treiben, an denen wir nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

45 Tage an denen wir uns dem Stress aussetzen, immer erreichbar zu sein, ständig auf Nachrichten zu antworten und minütlich mit neuen Problemen konfrontiert zu werden.

Innere Unruhe breitet sich aus, wenn das Handy mal zu Hause vergessen wird oder für einige Minuten keinen Empfang hat oder wenn kein Ladekabel da ist und die Akkuleistung unter 10 Prozent sinkt.

Die digitale Welt hat uns unendliche Möglichkeiten eröffnet, alles scheint machbar, für alles gibt es eine Lösung. Die technische Entwicklung nimmt immer rasanter an Fahrt auf. Noch vor 7 Jahren hatten erst 6 Millionen Deutsche ein Smartphone. Heute sind es fast zehnmal so viele. Und wenn sich die Generation der heute über 40-jährigen an die eigene Kindheit erinnert,  dann an eine Zeit in der es noch kein Internet gab, in der man noch über Festnetz telefoniert hat und das Telefon wahrscheinlich noch eine Wählscheibe hatte und in der im Fernsehen gerade mal drei Programme empfangbar waren.

Heute überrollt uns eine Informationsflut, der wir uns freiwillig ständig aussetzen. Der Druck auf jeden einzelnen wächst, mithalten zu können. Die Angst etwas zu verpassen ist allgegenwärtig. Jeder erwartet, auf seine Nachricht sofort eine Antwort zu erhalten. Persönliche Gespräche werden durch Chats oder Whats App Nachrichten ersetzt. Wer keinen Facebook Account hat nimmt eigentlich gar nicht am Leben teil.

Aber was sagt unsere Seele dazu? Nehmen wir uns selbst eigentlich noch wahr? Sind wir bereits süchtig nach unserem Smartphone und der digitalen Dauerberieselung? Meist erkennt man die Gefahren erst, wenn es zu spät ist, wenn auch der Körper beginnt zu rebellieren. Auch für diesen Zustand hat die neue Welt einen Namen gefunden: „Digitaler Burnout“. Körper und Geist sind erschöpft, wollen einfach nicht mehr ständig erreichbar sein, wollen gar nicht mehr erreichbar sein.

Damit es gar nicht so weit kommt, müssen wir lernen, das, was uns die digitale Welt bietet, bewusster einzusetzen. Statt den Onlinenachrichten einfach mal wieder eine Zeitung lesen. Statt einer Whats App Nachricht den guten Freund einfach mal anrufen. Nachts sein Smartphone ausschalten und wieder einen richtigen Wecker stellen. Alle Apps löschen, die man eigentlich gar nicht braucht. Und vielleicht einmal bewusst gar nichts zu tun.

Wir müssen lernen auf uns und unsere Bedürfnisse zu achten und diese ernst zu nehmen. Auch dafür hat die neue Welt einen Begriff: „Mental Health Care“.

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